137 Meter freier Fall

Aufgeregt raschel ich mit der Zeitung und suche mit nervös, freudigem Blick nach jemandem in meiner Umgebung, der meine Begeisterung mit mir teilt. Vergebens, ich bin allein. Dann erzähle ich mir halt selbst, wie geil ich den Artikel finde, den ich gerade gelesen habe. Ich grinse, gebe mir High-Five und sage: „Yesssss, Digger, das wird mega!“

Ich sitze im Maximilian´s in Dortmunds Innenstadt, das Pärchen neben mir sieht mich verstört an und lächelt gequält. Man kann ihre Gedanken fast hören:

„Armer Irrer, ich halte lieber mein Portmonnaie fest. Zahlen, wir müssen hier weg, bevor er uns anspricht!“

Ist mir egal, was die anderen denken. Ich muss sofort nach Hause und Anna davon erzählen. Starkoch Dennis Rother, ein aussichtsreicher Kandidat auf die beliebten Michelin Sterne, übernimmt das Turmrestaurant im Florian, dem Fernsehturm Dortmunds und einem der bekanntesten Wahrzeichen der Bierstadt. Aus der Skyline vom Pott nicht wegzudenken und bis jetzt ein lahmes, Kaffee und Kuchen verteilendes, Oma und Opa Rückzugsgebiet oder geheimer Treffpunkt für Verliebte, die zu Hause noch jemanden sitzen haben, der davon nichts mitbekommen darf.

Dennis Rother, ich freu mir den Arsch ab. Manchmal fuhr ich ja mit meiner Frau oder auch mal alleine in gehobene Gastronomien und liess es mir so richtig gut gehen. Eine Weinreise in die Pfalz mit Verkostungen, bis man auf den Brustwarzen zurück ins Hotel kriecht oder auch in der Nähe Dortmunds. Erkunden von guten Restaurants fernab von diesen ganzen Scheissbuden wie das Alex, Vapiano oder wie die besseren Pommesbuden mit Angestelltenbetrug sonst so heissen. Läden, in denen Masse statt Klasse serviert wird und die Mayo oder Ketchup in kleinen Plastiksachéz auf dem Tellerrand liegen und dir vermitteln, dass du es verdammt nochmal nicht wert bist, selbstgemachte Saucen oder zumindest aus Glasgefässen umgefüllte Dips zu bekommen.

„Du bist ein Arsch, also friss das verfickte Schnitzel im Wenker´s und quetsch dir deine verkackte Mayo selbst auf die verschröggelten Pommes, die an frittierte Salzstangen erinnern.“

Da kann ich auch zu Hause bleiben und mir eine 5-Minuten-Umami-Granate mit dem Wasserkocher aufgiessen, dafür muss ich doch nicht essen gehen. Selbstverliebte Tellerjongleure und Servierfotzen, die keinen Block und Stift haben weil sie eh nicht schreiben können, und statt dessen mit einem Elektrokellner in der Hand daherkommen, der sie stark an eine Politesse erinnern lässt. Wie gerne würde ich mich mal in so´nem Laden mit dem Geschäftsführer boxen. Solche Schuppen meine ich echt nicht, das sind doch keine Restaurants.

Nein, richtig geile Läden, wo die Leute ihre Mäntel nicht festhalten wenn ich reinkomme, sondern ich gefragt werde, ob ich meinen Mantel ablegen möchte. Läden mit Stil, mit geilem Service, mit Wein- und Wassersommelier. Läden, die einen Eindruck hinterlassen, nicht nur in der Geldbörse, nein auch im Belohnungszentrum meines Gehirns. Es gibt Menschen, die sagen, dass man da ja nicht satt würde und warum man so dämlich wäre, für einen Furz von Fleischstücken mit ´nem Klecks Sosse, 200€ zu bezahlen. Menschen, die Expresso bestellen, am besten schon vor dem Essen, oder die Stoffserviette nach Beendigung des immer zu klein ausgefallenen Hauptgerichtes, in die Bratensosse drücken und danach den obersten Hosenknopf mit lautstarker Ankündigung öffnen.

Ich finde es schwachsinnig 50.000€ für ein Auto zu bezahlen. Ein Kasten Metall, der mich von A nach B und unnötiger Weise auch noch in Teufels Küche bringt. So wie letzten Monat, als ich nach drei mal blitzen und einmal bei Rot über die Ampel, die scheiss Karte für 4 Wochen abgeben konnte und zu den 7 Punkten auch noch gleich 720€ los war. Herrlich, als würde der Kleinkredit, den ich jede Woche in Form von Brennstoff in den Tank schmeisse, nicht schon genug sein. Da muss ich nicht noch zehntausende von Euros raushauen, um bei meinen Nachbarn besser auszusehen, wenn ich vom Hof rolle. Ich meine, ich bin vom Hals bis zu den Füßen tätowiert…, ob ich in einen Porsche Panamera oder in einen Twingo Baujahr ´95 einsteige ist meinen Nachbarn egal. Für die bleibe ich asozial.

Also, um es nochmal zu verdeutlichen. Ich spare bei Autos und haue richtig rein beim kleinen Luxus, sprich Essen und Trinken. Da ich in drei Monaten heiraten werde, wäre ein Besuch bei Dennis Rother im drehenden Fresstempel der Extraklasse auf 137 Metern Höhe, genau das Richtige. Ich muss nach Hause und Anna sofort davon erzählen.

Ich winke nach der Bedienung und der Typ neben mir zuckt zusammen. Verdammt, ein Selbstgespräch geführt und schon ist man für den Nebentisch ein Serienmörder. Die Kellnerin ist das Beste in diesem Laden, denn sie trägt Leggings. Schwarze Leggings. Und Sneaker. Heute laufen alle so rum, da war es noch was Besonderes. Sie fragt, ob ich zufrieden gewesen sei und ich nicke kräftig, sehe auf ihre Oberschenkel und sage:

„Seeeehr zufrieden…, stimmt so.“

Sie lächelt verlegen, dreht sich um und geht. Ich sehe ihr hinterher. Ich sehe nicht auf ihre Oberschenkel. Als ich meinen Blick von ihrem Apfelärschchen abwende, bemerke ich wieder das Pärchen neben mir, ihren verstörten Blick und den Umstand, dass ich das Steakmesser noch in der Hand halte. Jetzt muss ich aber wirklich raus hier. Ich huste kräftig in Richtung Nebentisch und gehe.

Draussen ist es kalt, aber nicht ungemütlich, ich atme tief durch. Das Pärchen vom Nebentisch jetzt wahrscheinlich auch. Schnell im Bettler- und Pennerslalom über den alten Markt und ab nach Hause. Es bedarf nicht viel Überzeugung um Anna von meiner Idee zu begeistern. Ihre Augen funkeln nach meinen Ausführungen über den Plan, bald dort einzukehren und den Abend danach noch mit einem Konzert oder etwas ähnlichem ausklingen zu lassen. Gesagt, getan. Ich reserviere telefonisch und die Freude über das bevorstehende Erlebnis lässt mich zufrieden glucksen.

Ich muss erwähnen, dass der Wunsch nach einem anspruchsvollen Konzert aus terminlichen Gründen nicht ganz hingehauen hat. Wir entscheiden uns für „Alexander Marcus“ auf seiner Papaya Tour in der Suite23 am Schwanenwall. Chris, der Besitzer, ist ein guter Freund und daher verspricht er mir, auch bei späterem Eintreffen nicht lange warten zu müssen oder gar abgewiesen zu werden. Anna ist einverstanden und uns beiden ist in Erwartung des Essens völlig egal, wie das Programm danach ausfällt.

Heute ist der 8. August 2008. Mein Freund Fitty ist Taxifahrer, er versichert mir, nachdem er uns am Eingang des Westfalenparks abgesetzt hat, dass er uns sofort bei Anruf wieder einsammelt, uns sicher zu Alexander Marcus fährt, und auch noch das Konzert mit uns besucht, um uns danach wieder nach Hause zu fahren. Fast wie ein Limousinenservice, nur mit einem Freund am Steuer und der Möglichkeit im Wagen zu kiffen.

Anna sieht toll aus, Bleistiftrock und Bluse, hohe Schuhe. Ich fasse ihr fest an den Arsch und halte ihr meinen Arm hin um sich einzuhaken. Mich selbst habe ich in einen massgeschneiderten Zweiteiler gesteckt und dazu trage ich rahmengenähte Schuhe. Wir kommen uns ziemlich geil vor und sind es auch.

Am Turm angekommen gehen wir zielstrebig auf den Fahrstuhl zu und fahren nach oben. Der Druck lässt meine euchastische Röhre knacken und halte mir die Nase zu während ich vergeblich einen Druckausgleich versuche. Oben angekommen begrüsst uns eine leckere, junge Kellnerin in weisser Bluse mit tollem Lächeln und tollen Titten. Sie nimmt uns, nach dem wir die Reservierung bestätigt haben, die Garderobe ab und geleitet uns an einen Tisch am Fenster. Das Restaurant dreht sich langsam und man fährt mal an der Bar, an der Küche und am Fahrstuhl vorbei. Irgendwie unheimlich weil ich so eine extreme Höhenangst habe, aber ich fühle mich sicher. Um meine Sicherheit noch etwas zu untermauern, verlange ich nach der Champagnerkarte, die keine Minute später von einer ebenfalls unverschämt attraktiven Servicekraft an den Tisch gebracht wird. Anna, die Kellnerin, ich…, wir alle Lächeln uns zu und wissen jetzt schon, dass es ein toller Abend wird. Fast wie im Swingerclub.

Ich entscheide mich für eine Flasche Dom Perignon Vintage und fühle mich grossartig, als ich das auch laut ausspreche. Das lecker Mädchen lächelt, sagt danke und geht. Wir bestellen nach dem ersten Glas aus der perfekt gekühlten Flasche, die mit einem Kühler am Tisch befestigt wurde, das Vier-Gänge-Menü. Anna variiert etwas, da sie käseaffin ist und man mich mit der verschimmelten Milch eher verjagen würde. Das Menü beginnt mit einem westfälischen Blutwurststrudel, überzeugt mit Salaten und Lammcarré und endet in einer stehenden Ovation für Preisselbeerconfit und dunkler Mousse an Mangoparfait. Ich hab eine Erektion als ich den letzten Löffel ablecke und obszön mit den Augen rolle, als die Kellnerin zum Tisch kommt. Sie nimmt die Flasche Champagner, giesst die letzten Tropfen in Anna´s Glas und fragt selbstsicher und antrainiert:

„Sie möchten doch sicher noch eine weitere Flasche?“

Anna sieht mir tief in die Augen und schüttelt unmerklich den Kopf. Sie hat die Karte durchgesehen und sich die Preise jeder Flasche gemerkt. Die Angst nach einer verfressenen Monatskaltmiete in Zahlungschwierigkeiten zu kommen, lassen ihren Verstand gegen ihren Durst gewinnen.
Bei mir ist es schon zu spät. Die weltmännische Lebemannposition aufgeben und in die Reihen des Pöbels zurückschreiten, in dem ich jetzt auf Prosecco umschwenke? Niemals. Die grünen Augen der Kellnerin lassen mich über meine Lippen lecken und ich sage:

„Wenn noch eine muss, aber dann ist Schluss!“

Sie findet das Zitat aus einem Werner-Film ähnlich peinlich wie Anna, schafft es aber sich nicht mit der Hand an die Stirn zu schlagen wie meine Begleitung. Anna fragt mich, ob ich bescheuert wäre, davon gleich zwei Pullen zu verklappen. Sie grinst allerdings dabei, weil sie genau so besoffen ist wie ich und sich auf den Nachschub freut.
Nach einem kurzen Moment kommt die Kellnerin zum Tisch zurück und fragt, ob es uns etwas ausmachen würde, etwa 8 Minuten auf den Champagner zu warten, da sie keine Flasche dieses von mir favorisierten Jahrgangs mehr im Haus hätten und der eigene Bringdienst inklusive Fahrstuhlfahrt genau diese Zeit bräuchte, um unsere Gelüste zu befriedigen.
Ich nicke volltrunken und bestelle zur Überbrückung der Wartezeit zwei eiskalte Belvedere Vodka im Schwenker. Die Kellnerin eilt davon. Lächelnd.
Anna und ich sehen uns an. Lächelnd.

Nachdem wir die zweite Flasche in der Hand eines Boten bei unserer 269sten Turmumdrehung aus dem Fahrstuhl kommen sehen, wird uns bewusst, wie besoffen wir sind und das wir diese Pulle wahrscheinlich gar nicht mehr schaffen. Egal, jetzt ist eh der Zeitpunkt gekommen, wo die Etikette langsam den Trieben weicht. Ich krempel meine Hemdsärmel hoch, die Kellnerinnen tuscheln kichernd über uns und Anna und ich befummeln uns unter dem Tisch während ich mir mit dem Finger die geschmolzenen Reste der Mousse ins Zahnfleisch reibe.

Etwa Dreiviertel des Champagners ist geschafft, als ich eine der beiden süßen Kellnerinnen zu uns bitte und sie frage, ob wir Herrn Rother persönlich für das Essen danken dürften. Das Gerücht um die beiden besoffenen Freakshowgäste von Tisch 11 scheint sich herum gesprochen zu haben und Herr Rother, Gott der Pfannen und Töpfe, erscheint an unserem Platz, ist höflich, hält Smalltalk und erträgt tapfer unsere lallenden Lobeshymnen. Ich sage ihm leise, da sich andere Gäste nach uns umdrehen, dass wir ganz schön voll sind und wir den Rest des Champagners gerne mit den beiden Service-Amazonen wegmachen würden, da sie so unverschämt nett und professionell waren. Es seien ja auch kaum noch Gäste da, und da könnte man doch mal eine Ausnahme machen. Er lächelt, wissend, das man jemandem, der gerade eine Anzahlung für ein neues Golfschlägerset versoffen hat, keinen Wunsch abschlagen sollte und winkt die beiden zu sich.

Kichernd und dankbar setzen sich die Mädels an unseren Tisch, wir bieten ihnen das Du an und in Gedanken wälze ich mich schon nach einer Taxifahrt zu mir nach Hause, in einem Fleischberg aus Kellnerinnen und meiner Frau. Aber nur gedanklich, denn eine der beiden unterbricht meine Wünsche durch die Frage, nach unseren Berufen. Sie hätte mit dem Küchenpersonal gewettet und wüsste nun gerne das Ergebnis. Ich sage ihr, dass ich in einem Tattoostudio arbeite und Anna gibt an, im Gastronomiegewerbe tätig zu sein und einen Club zu leiten. Die Kleine springt auf, klatscht in die Hände und ruft für ihren Chef etwas zu laut:

„Hah, ich hab Recht gehabt!“

Die Frage, ob die anderen auf Zuhälter und Nutte getippt haben, spare ich mir einfach und lache mit den Servicekräften, die sich für die netten Gäste, den Champagner und das Trinkgeld bedanken und uns unsere Garderobe zurückgeben.
Glücklich verlassen wir den Turm und rufen Fitty an, damit er uns am Einganz vom Westfalenpark abholen soll. Das Taxi biegt kurze Zeit später um die Kurve, Anna und ich teilen uns eine Gitanes, die die Verdauung ordentlich ankurbelt. Ich muss furzen. Anna schlägt mir auf den Oberarm und hält die Luft an, bevor sie auf Fitty´s Taxi zugeht. Ich trete an die Fahrertür und sage Fitty, er möge noch einem Moment warten, ich wolle nur kurz noch in den Park pissen, der Champagner mache das unumgänglich.

Ich öffne Anna die Autotür und gehe neben einem stattlichen Baum hinter ein kleines Gebüsch, öffne meine Hose und lasse den heissen, dampfenden Strahl in den Rindenmulch der Büsche vor mir einschlagen. Die Kippe im Mundwinkel, extrem angesoffen und glücklich hebe ich ein Bein und lasse nochmal einen fahren. Ein quietschender, heller Furz, der mich lachen lässt. Da hab ich noch einen oder zwei von. Ich hebe mein anderes Bein an, kneife angestrengt ein Auge zu und ein kleiner, feiner heller Ton ertönt aus meinem Puploch als sich das Geräusch auf einmal verändert und ich mir mit einem Knall in die Hose scheisse.

Mein Gesicht ist wie versteinert, mein Bein immer noch in der Luft. Der Stummel der Gitanes fällt aus meinem Mund und zischt, als er in der Pissepfütze vor mir auftrifft. Ich schüttel vorsichtig meinen Schwanz ab, verstaue ihn in der Hose und drehe mich langsam um. Ich schleiche breitbeinig zum Taxi und öffne die hintere Tür. Anna und Fitty reden und lachen, sie haben sichtlich Spass. Ich sage laut:

„Ähemmm…, ich hab da ein Problem. Ich habe mir gerade in meinen 1000€ Anzug gekackt und muss dringend nach Hause. Auf Alexander Marcus ist geschissen!“

Die beiden wollen gerade meine Aussage anzweifeln, als sie merken, dass genau sowas genau mir an genau so einem Tag passieren muss. Es ist mit Sicherheit kein Scherz. Er meint es Ernst.

Ja, das meine ich. Ich hab mich eingeschissen, mein Schritt hat trotz der Kälte angenehme 37 Grad. Ich krabbel langsam in den Fond des Taxis und fahre doggystyle auf den Rücksitzen bis nach Körne. Fitty lacht ohne Pause, Anna öffnet alle Fenster, hält sich ihren Schal vor das Gesicht und schüttelt den Kopf unter leichtem Kichern bis wir zu Hause ankommen.

Das war ein toller Abend, denke ich so bei mir, als ich total besoffen, nur mit Hemd und Jacket bekleidet in meiner Dusche hocke und mir den Arsch abbrause. Ich trockne meinen geschändeten Körper und wanke zum Schrank um mir eine andere Anzughose, eine Boxershorts und ein paar Socken zu angeln. Anna sitz auf dem Bett und lacht, sie jetzt nach einem Blowjob zu fragen, wäre unappetitlich und vermessen. Fitty hat vor der Tür gewartet, neben seinem Taxi, dessen Türen er komplett geöffnet hatte, während ich meine Kiste gewaschen habe. Details erspare ich ihm und wir fahren lachend gemeinsam in die Suite.

Um das Ganze etwas abzukürzen möchte ich nur erwähnen, dass wir hunderte Bekannte getroffen haben, die wussten, dass wir heute essen waren und jedes Details erfahren wollten. Ich machte den Fehler und erzählte einem meiner Freunde, die ganze Geschichte inklusiver der Mousse au Chocolat Aktion in meiner Hose und die Story ging rum wie ein Lauffeuer. Chris, der Clubbesitzer, lachte laut als er uns durch die Bierklappe des Getränkelieferanten in den Club schmuggelte, weil wir am Haupteingang gelyncht worden wären, von den hundertzwanzig Wahnsinnigen, die aus Platzmangel nicht mehr reindurften.
Als wir den Club durch den Hintereingang betreten, stehen wir mitten auf der Bühne und der komplette Club jubelt uns zu, in der Annahme, das Konzert ginge jetzt los und wir, also der Taxifahrer, die besoffene Nutte und der Typ mit Hose, die nicht zum Jacket passt, wären die Vorband. Einer aus den hinteren Reihen rief noch:

„Da is ja der Kackvogel!“

Wir quetschten uns durch die Menge zum Tresen und begossen diesen Scheissabend mit Vodka, kein qualitativ hochwertiger Vodka, aber gut genug, um den Abend zu dem werden zu lassen, was er letztendlich auch war. Ein unvergessliches Erlebnis.

8 Kommentare

  1. Steffi
    Jan 29, 2014

    Ich muss immer weinen, wenn ich das Wort „Expresso“ lese. Hättest Du wenigstens „Kackpucchino“ geschrieben.

  2. Ulrike
    Jan 29, 2014

    Ein grandios urkomisches Stück mal wieder <3
    Danke Mett-Man!
    Dein Ribgirl 🙂

  3. FB
    Feb 1, 2014

    Supergeschichte! Ich hätte mir vor Lachen fast selbst in die Hose gemacht! Zum Glück sitze ich aber daheim vor dem Rechner …

  4. Der Lange
    Feb 10, 2014

    Wie herrlich angenehm doch so ne 12 Stunden Nachtschicht verfliegt bei so nem Augenschmaus….bin ich hier am feiern 😉

  5. OLIVERSUM
    Feb 10, 2014

    Scheiße ist, wenn der Furz was wiegt.

  6. fil
    Dez 6, 2014

    der hit…besonders im abgang.

  7. Nicole
    Feb 24, 2015

    Grenzgenial. Ich sehe euch förmlich vor mir, wobei Anna wohl anders sein wird, als ich sie mir jetzt vorstelle.
    Ich weiß immer nie, ob ich betroffen, belustigt, peinlich berührt oder was auch immer sein soll bei deinen Geschichten. Aber eins weiß ich, sie ziehen mich immer weiter hinein.
    Für heute habe ich meine Portion „In Dortmund essen sie keine Hunde“ – kommt da wohl noch die Erklärung zu oder ist das eine Anlehnung an „In China essen sie keine Hunde“, auch so ein unvergessenes Abgrundkömödchen – oder aber meine Folgen Sin City sehr genossen.
    Bestes Gegrüße

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