Rückkehr von der Insel der Verdammten

Ich hasse alles. Alles und alle. Ich, der Philanthrop, beschreite gerade ein Gebiet, welches mir zwar nicht fremd ist, das ich aber in dieser ausgeprägten Form lange nicht mehr für mich entdeckt habe. Den Hass.   Es ist 08.59 Uhr und ich sitze auf dem Flughafen von Palma de Mallorca. Mein Flug hat über eine Stunde Verspätung und nachdem ich schon im Hotel von einer besoffenen Diskomöse auf dem Heimweg aus meinem verdienten Schlaf gerissen wurde, ist jetzt das Limit erreicht. Ich halte mich nicht mehr zurück, meine Augenbrauen berühren sich in der Mitte und ich gebe jetzt alles. Hass für alle. Hass in rauhen Mengen und für jeden. Keiner wird mich beruhigen, keine Worte mich besänftigen und kein Angebot könnte mich dazu verleiten ein Lächeln...

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Die Insel der Verdammten

Es ist schon wieder ein Jahr vorbei und ich habe die Bilder des letzten Jahres nicht mal so richtig aus dem Kopf bekommen. Jedes Jahr fahre ich mit den Kollegen aus dem Tattoostudio, in dem ich arbeite in den Urlaub. Letztes und dieses Jahr ist es Mallorca, Cala Ratjada. Es wirkt auf Außenstehende wahrscheinlich so, als wenn der Hochsicherheitstrakt der JVA Stammheim einen Betriebsausflug macht. Wir sind immer so zehn bis fünfzehn Leute und keiner, wirklich keiner sieht aus wie der Standard-Mallorca-Urlauber. Es ist morgens 02.50 Uhr, ich stehe am Bahnhof und warte mit den anderen auf den Zug, der uns zum Flughafen bringen soll. Der Kreuzzug kann beginnen. Zwei ältere Damen stehen am Bahnsteig und erzählen uns, daß sie seit 27 Jahren nach Ibiza fliegen,...

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