The same procedure…

The same procedure…

Nein, ich weiß nicht immer, was ich will. Mit Sicherheit nicht. Ich weiß sehr oft, was ich nicht will und das ist bisher immer ausreichend gewesen. Denke ich. Die meisten Entscheidungen habe ich nach einem kurzen Ersteindruck gefällt.

Der erste Tag in der Schule, ich trug eine khakifarbene Hose, dazu Sandalen und lutschte ein gleichfarbenes Bonbon der Firma Werther, daß ich, kurz bevor ich die Klasse betrat, aus meiner Schultüte befreit hatte. Ich sah mich um und fällte meine Entscheidung. Nichts für mich.

Der erste Tag am Arbeitsplatz meiner Lehrstelle bei Hoesch, ich trug eine blaue Latzhose und Arbeitsschuhe mit Stahlkappen. Der Duft von gefrästem Metall und schlechtem Kaffee fand seinen Weg in mein Gehirn und nahm direkt Platz neben meiner Entscheidung. Nichts für mich.

Der Tag der Nachmusterung zum Wehrdienst. Ich trug eine dunkle Jeans und Chuck´s in Camouflagemuster. Das Empfehlungsschreiben meines Psychologen, welches ich aufgrund gerichtlicher Auflagen mitbringen mußte, deckte sich mit meiner sofort gewonnenen Erkenntnis. Nichts für mich.

Der Job bei Reynolds Aluminium war ein Vertrag als Profilrichter auf Zeit. 18 Monate. Mir war am ersten Tag klargeworden… Nichts für mich!

 

Verdammt! Was ist denn was für mich? Mache ich was falsch?

 

Das waren die Fragen, die mir in dieser Zeit durch den Kopf schwirrten, mich matt und langsam machten. Man bremst sich aus. Da steckste nicht drin.

Doch. Da steckste drin. Bis zum Hals. Die Zeit, die man braucht um konfus zu sein, ist wichtig, man sollte sie auskosten. Denn Erkenntnis ist endgültig. Das Jahr geht zu Ende und das Neue wird begrüßt. Zwotausendundzwölf. Neunzehnhundertvierundachtzig hab ich noch gedacht, daß ich dann mit Sicherheit tot wäre oder aber Commander eines Spaceships sein würde. Beides scheint mir heute weniger erstrebenswert.

Man denkt zurück an das vergangene Jahr und läßt sein Leben nochmal Revue passieren. Die lustigen Sachen, die traurigen, die schönen und die besonderen Momente. War das Jahr ok für mich? Wie wird das kommende, besser oder schlechter? Ich bin mir im übrigen bewußt, daß ich weder unter einer Winterdepression, noch unter einer Midlife Crisis zu leiden habe, während ich das hier schreibe.

Es geht mir nicht ums Älterwerden, um verschwendete Zeit oder „Hätte ich doch mal!“. Auch nicht um gute Vorsätze wie Sport oder das Quittieren des Dienstes an der Zigarette. Es geht einzig und allein darum zu wissen, was man nicht will! Das nächste Jahr wird entspannter und erfolgreicher  wenn man weiß, daß man in einigen Momenten das Gefühl haben wird, einen ganz bestimmten Satz auf der Zunge liegen zu haben.

DAS WILL ICH NICHT!

Der Satz gibt Sicherheit, die man in den meisten Lebenssituationen nicht bekommt. Denn er sagt ganz klar aus, daß alles andere möglich ist, nur DAS jetzt nicht. Man kann alle anderen Alternativen ausprobieren und wenn man merkt, daß man die auch nicht will, dann lässt man´s halt. Ganz einfach!

Ich trage gerade eine schwarze Adidas Trainingshose, ich bin barfuß und gespannt auf meine praktische Umsetzung dieser Theorie….

 

2 Kommentare

  1. Tina
    Dez 31, 2011

    boah, großartig!! danke.. danke dafür.. mehr davon!!! guten rutsch!!

  2. mapim
    Dez 31, 2011

    Alles Gute für das Neue Jahr. Ich werde erst mal erst einen Blick drauf werfen und dann sehen ob 2012 was für mich ist oder ob ich mich doch lieber auf das Ende der Welt freue. Aber eigentlich bin ich mir sicher, das ist nichts für mich.

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